Mit einem Fuß in der Vergangenheit, mit einem Fuß im Hier und Jetzt und mit den Gedanken in der Zukunft!

(Susanne BFS 12B) 922 Kilometer von Recklinghausen entfernt, begaben wir uns, sieben Schülerinnen und Schüler mit zwei Lehrkräften, auf die Reise ins tschechische Miroslav. Auf unserer Fahrt im Rahmen der TrO besuchten wir zunächst Theresienstadt sowie die nahe gelegene „Kleine Festung“. Dort wurden wir über die Vorkommnisse im 2. Weltkrieg und die Vorgeschichte der „Kleinen Festung“ informiert. Nach drei spannenden Tagen in Prag und u.a. der Besichtigung des jüdischen Ghettos fuhren wir weiter zu unseren Gastfamilien nach Miroslav.

Vor Ort durften wir auf dem jüdischen Friedhof, der seit 1942 geschlossen ist, arbeiten und dem Verfall der Zeit entgegenwirken. Wir erfuhren Schicksale der Vergangenheit und das Leben hier und jetzt in Miroslav. Von Mittwoch bis Samstag wurden wir von unseren Gastfamilien und den Gemeindemitgliedern verpflegt und herzlichst willkommen geheißen.

Die Fahrt nach Miroslav war nicht nur lehrreich und spannend, sondern zeigte uns auch die sowohl erschreckenden Seiten der Geschichte als auch den Wandel der Zeit und vor allem die Dankbarkeit der Stadt Miroslav. Die TrO-Fahrt nach Miroslav ist eine prägende Reise, die nicht nur das Allgemeinwissen erweitert, sondern auch das eigene Bild der Menschlichkeit verändert.

 

 

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Schuljahresabschluss der SV

(Spi) Wie jedes Jahr ließ es sich die SV nicht nehmen, den Schuljahresabschluss zu gestalten und die lang ersehnten Sommerferien einzuläuten.

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Hinterm Horizont gehts weiter... - Karl-Heinz Jostmeier geht in den Ruhestand

  • 2018LetzterSchultag16

(Sni) Am Freitag, 13. Juli 2018 war es soweit: es hieß Abschied nehmen von Karl-Heinz Jostmeier, der 34 Jahre an unserem Berufskolleg Deutsch und Politik / Gesellschaftslehre unterrichtete. Aber Herr Jostmeier hat nicht nur unterrichtet, sondern engagierte sich insbesondere um Versöhnungsarbeit in Gestalt der jährlich stattfindenden Fahrt nach Miroslav, wo vor Ort von Studierenden ein jüdischer Friedhof gepflegt wird. Außerdem war er Beratungslehrer an unserem Kolleg mit dem Schwerpunkt Berufs- und Studienorientierung. Zudem war er Vorsitzender des schulischen Fördervereins.

  • 2018LetzterSchultag17
Am Abend vor dem letzten Schultag lud Herr Jostmeier das gesamte aktuelle und ehemalige Kollegium zu sich nach Hause ein. Dort dachte er, in Ruhe seinen Abschied zu begehen, rechnete allerdings nicht mit der Kreativität des Kollegiums. Dieses schickte ihn in einer fiktiven "Nachprüfung" in vier "Lernfeldern" in wahrhaft herausfordernde Aufgaben, die es zu lösen galt: eine Abwandlung der sog. "Postkorb-Übung" verlangte ihm ab, den Rückmeldebogen aus vielerlei Unterlagen herauszufischen, den er dann einsetzen sollte für die Beurteilung des Angebots "Durchführung eines Teelicht-Tanzes vor einer Lehrerkonferenz". Danach musste er zwei Studierende beraten, die ganz am Boden zerstört waren, weil ihr Lieblingslehrer die Schule verlässt. Eine Bilderbuchbetrachtung eines schon damals fortschrittlichen Buches zur Aufklärung stand dann an. Mit Bravour und einer gehörigen Portion Humor bewältigte er all diese "Nachprüfungen" und durfte dann in den wohl verdienten Ruhestand eintreten.

  • 2018LetzterSchultag12
  • 2018LetzterSchultag14
Aber noch war es nicht so weit: am letzten Schultag ließ es sich unser Schulleiter zu seiner Verabschiedung vor versammelter Schulgemeinde in der Mehrzweckhalle nicht nehmen, ihm eine ganz besondere Überraschung zu bereiten: Herrn Jostmeiers ganz besonderes Idol, Udo Lindenberg, sei extra für die Verabschiedung von "Kalle" zu uns gekommen, um ihm ein letztes Ständchen in der Schule zu bringen. Mitgekommen sei auch sein Musiker-Kumpel "Dissi" mit der Gitarre. Und tatsächlich: Udo kam und hielt in seiner unnachahmlichen Art eine Rede auf den scheidenden Lehrer, um danach das Lied "Hinterm Horizont" mit umgedichtetem Text vorzutragen. Herr Jostmeier war sichtlich gerührt von dem Auftritt.

Natürlich versteckte sich hinter dem Udo-typischen Hut und der Sonnenbrille niemand anderer als unser Schulleiter, der in Begleitung unseres Konrektors, Herrn Disse-Laufer, den Sänger bis aufs I-Tüfelchen zum Verwechseln ähnlich imitierte. Kaum einen Schüler hielt es dabei auf dem Boden: donnernde Standing Ovations für diese überzeugende Vorstellung folgten. Herr Rüter erinnerte in seiner Verabschiedung nicht nur an den Einsatz des Kollegen, der über die unterrichtliche Tätigkeit hinausging, sondern bezeichnete ihn auch als eine "Type", also etwas, das Schule in besonderem Maße präge und das vielleicht auszusterben drohe. Karl-Heinz Jostmeier hätten insbesondere seine Geradlinigkeit ausgemacht, seine unverrückbarer Einsatz für die Sachen, die ihm wichtig waren, und für die Schüler, für die er sich stets eingesetzt hatte.

  • 2018LetzterSchultag15
Herr Jostmeier betonte in seiner abschließenden Rede, dass das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg immer ein ganz besonderer Ort für ihn gewesen sei, zu dem er jeden Morgen gerne gefahren sei. Respekt und Wertschätzung für einander machten diesen seinen einstigen Arbeitsort aus.

Lieber Karl-Heinz, wir werden dich vermissen. Genieß deinen (Un-)Ruhestand und lass dich an unserem Kolleg bald mal wieder blicken!