Verzichten auf Hoffnungslosigkeit - Zeig deine Hoffnung!

(Rö) Mit einem Dialog zu Beginn der Atempause tauschten K. Ader (evangelische Religionslehrerin) und ich (A. Röhrmann, katholische Religionslehrerin) uns aus, was wir eigentlich unter Fastenzeit verstehen. Fastenzeit, oder wie evangelische Christen sagen Passionszeit, ist eine Zeit, in der ich mein Leben in den Blick nehme.

Das Wesentliche, das, was ich wirklich zum Leben brauche, soll in den Mittelpunkt gerückt werden. Aber was ist das Wesentliche? Mein Handy? Die neuesten Klamotten? Immer ein voller Schrank mit Süßigkeiten? Macht mich das glücklich? Und so nehmen sich Menschen in der Fastenzeit vor, auf etwas zu verzichten. Das ist eine Seite von Fastenzeit. Fastenzeit kann aber auch ein inneres Fasten bedeuten, eine innere Veränderung, zum Beispiel im Umgang mit anderen Menschen und mit mir. Ich kann zum Beispiel darauf verzichten, mich wegzuducken, zu kneifen, Ausreden zu erfinden statt aktiv zu werden und öffentlich zu zeigen, was mir wichtig ist. Ich kann darauf verzichten, immer alles negativ zu sehen, die Hoffnung aufzugeben, stattdessen zeige ich meine Hoffnung. Ich mache sie öffentlich wie in der Geschichte vom blinden Bartimäus die Rede ist. Er traut sich, nicht aufzugeben, er hofft darauf, dass er wieder sehen kann und wieder zur Gesellschaft dazu gehört. Eine alte Geschichte, nur eine Geschichte aus der Bibel, die mit uns nichts mehr zu tun hat, würden manche sagen. Aber vielleicht steckt doch etwas darin, was mit uns zu tun hat. Es wird deutlich, dass Bartimäus einer ist, der sich nicht mit seinem Schicksal abfindet, er spürt, dass am Ende alles gut wird. Und diese Hoffnung hilft ihm, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Vielleicht gelingt es auch uns, in der Fastenzeit die Hoffnung nicht aufzugeben, auch wenn alles so aussichtslos erscheint und es so aussieht, als würde meine Lage nicht besser werden. Vielleicht gelingt es uns zu sagen, ich sehe die Dinge anders und ich hoffe, dass am Ende alles gut wird.