Das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg ist eine Schule des Bistums Münster

   GeistREich - Kirchenzeitung für Recklinghausen | Ausgabe 3 - 4. April 2018

Stadtkomitee der Katholiken

„Damit der Mensch sein Ziel erreicht" (Leitbild der Katholischen Schulen im Bistum Münster)

Lehrkräfte der „ersten Stunde" nannten die Schule nicht zuletzt aufgrund der Schüler/-innen-Zahl im Gründungsjahr liebevoll „ihr Schülchen" - mit 25 angehenden „Kindergärtnerinnen" hatte die Bischöfliche Schule damals ihren Betrieb aufgenom­men; und auch heute noch zählt das Bischöfliche Berufskolleg an der Werkstättenstraße in Reckling­hausen mit 360 Schülerinnen und Schülern zu den kleineren Berufskollegs in der Bildungslandschaft. Die Größenordnung ermöglicht und unterstützt bis heute ein familiäres „Leben und Lernen", eine sich zugewandte Schulgemeinde, in der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Praxiseinrichtungen, Kollegium und Schulleitung vertrauensvoll zusammenarbeiten und das Schulleben gestalten. Aus der einstigen „Bischöflichen Fachschule für Sozialpädagogik", in der Jahrzehnte lang vierzügig (!) angehende Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet wurden, entwickelte sich das Bischöfliche Berufskolleg, das seit 1996 den Namen Alexandrine-Hegemann trägt.

Seit 1960 schulische und berufliche Quali­fikation im Sozial- und Gesundheitswesen

Im Bereich der schulischen Qualifikation bietet die Schule gegenwärtig die Fachhochschulreife (zwei­jährig) im Bereich Gesundheit und Soziales, das Abitur (dreijährig) im Bereich Erziehung und Soziales nach Ende der Klasse 10 (bzw. 9) sowie das Abitur im Bereich Gesundheit und Soziales für Bewerber/­innen mit Berufsausbildung und Fachhochschulreife an (einjährig). Die beruflichen Qualifikationen umfas­sen die jeweils dreijährige Ausbildung zur Erzieherin bzw. Erzieher sowie zur Bewegungspädagogin bzw. Bewegungspädagogen mit Fachhochschulreife.

Schulseelsorge und spirituelles Profil

Schulseelsorge ist der Dienst von Menschen inner­halb der Schule im Auftrag der Kirche. Schüler/-innen, Eltern, Kollegium und Schulleitung übernehmen für­einander Verantwortung und gestalten die Schule im Sinne einer Schulgemeinde mit. Das heißt, dass an vielen Punkten innerhalb des schulischen Alltags durch das gemeinsame Aktivsein deutlich wird, dass in der Schule neben Lernprogramm und Prüfungen auch ein Lebens- und Begegnungsfeld geschaffen wird, in dem sich alle Beteiligten in einem men­schenfreundlichen, offenen und persönlichen Schul­umfeld angenommen und aufgehoben wissen. Am Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg gibt es zwei ausgebildete Schulseelsorgerinnen, die sich diesem Profil der Schule widmen. Neben den Tagen religiö­ser Orientierung finden im Jahreskreis sogenannten „Atempausen" statt, werden „Stille Pausen", Medi­tationen und Gottesdienste angeboten, die jeweils von Schülerinnen und Schülern in Zusammenarbeit mit Lehrkräften vorbereitet werden und damit die Frage nach Gott geweckt bzw. wach gehalten wird.

Soziales Engagement

Ein weiteres besonderes Merkmal und Anliegen der Schulgemeinde ist ihr soziales und gesellschaftliches Engagement. Drei Beispiele aus dem diesbezüglichen Schulleben: Seit fast 25 Jahren setzt sich die Schule für Versöhnungsarbeit im tschechischen Miroslav ein. Schülerinnen und Schüler pflegen dort jedes Jahr einen jüdischen Friedhof. Auf dieser Fahrt wird zudem das Lager Theresienstadt sowie das jüdische Viertel in Prag besucht - ein Projekt, das im Jahre 2012 mit dem Dialog-Preis, verliehen unter anderem durch Bischof Dr. Felix Genn, ausgezeichnet wurde.

Jahr für Jahr erinnert die Schulgemeinde am 27. Januar an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt. Ende Januar haben die Schülerinnen und Schüler in einer eindrucksvollen Veranstaltung insbesondere der Euthanasie-Opfer gedacht und mit der Übernah­me einer Patenschaft für ein Recklinghäuser Opfer ein besonderes Zeichen gesetzt. In Kooperation mit dem „Sozialdienst katholischer Frauen" gibt es an der Schule das Flüchtlingsprojekt „Begegnungen". Schülerinnen und Schüler gestalten Woche für Woche in ihrer Freizeit Angebote für Flüchtlings­kinder und deren Familien.

Georg Möllers

 

Alexandrine Hegemann:

„Möchten uns doch unsere Kinder heilig sein! Sie werden uns reich und glücklich machen."

Die Namenspatronin

* 17.11.1877 in Münster

† 02.02.1926 in Freiburg

hat sich zeitlebens für die Verbesserung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Sie gab entscheidende Impulse für eine Professionalisierung der Erziehungs­arbeit, legte den Grundstein für verschiedene Erholungsmaßnahmen des Caritasverbandes, an denen bis heute zahlreiche Kinder, Jugendliche und behinderte Erwachsene teilnehmen.