Kinderhospiz freut sich über 575 Euro von Schülern

  29.11.2018

Kritzeln für einen guten Zweck: Schüler des Wirtschaftskurses an der Alexandrine-Hegemann-Schule gründeten die Firma „Scribblelation“, entwarfen und verkauften einen Kritzelblock voll mit Rätseln. 575 Euro vom Gewinn spendeten die Schüler an das Halterner Kinder- und Jugendhospiz. Yvonne Steinbuß (1.) nahm den Scheck von (weiter v.l.) Noelle Nachlik, Lara Krüskemper, Giulia Turek, Lea Rengel und Laura Ludewig entgegen.  -FOTO: PRIVAT

Von ganz oben nach unten

Das Projektteam der Schule mit Miriam Feier, Michelle Tschepke und Guilia Turek (von rechts) mit Steffi Jones und Hans Albring, Lehrer am Kolleg. -FOTO: KRIMPMANN

  23.11.2018

 

FUSSBALL: Steffi Jones war Welt- und Europameisterin, Chefin einer WM und Bundestrainerin. In Recklinghausen spricht sie über Niederlagen.

Von Olaf Krimpmann, Recklinghausen

Eigentlich hat Jones in ihrer Karriere alles erreicht, sogar Direktorin beim Deutschen Fußball-Bund war sie, stand damit im Zentrum des mächtigsten deutschen Sportver­bandes. Nur: Als sie vor den Schülern des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs in Recklinghausen spricht, geht es auffallend oft um Rückschläge.

Jones ist Patin der Schule, die gebürtige Frankfurterin unterstützt die Einrichtung bei ihrem größten Anliegen: Seit 2003 trägt das Berufskolleg den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Eingeladen hat das Projektteam, das auf vielen Ebe­nen und mit ehrenamtlichen Aktionen dazu beiträgt, dass Ausgrenzung und Rassismus an der Schule keinen Raum finden.

Über Jahre „das“ Gesicht des Frauenfußballs

Steffi Jones redet offen über Privates und Berufliches, die Schüler hängen an ihren Lippen. Dass die 111-malige Nationalspielerin viele Jahre auf der Sonnenseite des Sports stand, ist bekannt. Die vielen Schattenseiten hingegen weniger. „Ich habe aus Niederlagen weit mehr mitgenommen als aus den Erfolgen.“

Als sie das Berufskolleg vor einem Jahr erstmals besuchte, stand sie noch auf der Sonnenseite: Bundestrainerin war sie. Nach den vielen Titeln, nach vielen Aufgaben im DFB, allen voran als Chefin des Organisationskomitees der Frauen-WM 2011, schien diese Aufgabe die konsequente Fortsetzung zu sein.

Sie traf Michelle und Barack Obama, Angela Merkel, die Großen dieser Welt, sie war über Jahre „das“ Gesicht des deutschen Frauenfußballs.

Heute, acht Monate nach ihrem Rauswurf, sieht Jones („Ich war für den DFB die ide­ale Besetzung: Ich bin weiblich, habe einen Migrationshintergrund und lebe mit einer Frau zusammen“) die Sache realistisch: „Sportlich war der Rauswurf nachvollziehbar“, sagt sie. Als ein Schüler fragt, was denn die bitterste Niederlage ihrer Karriere gewesen sei, zögert sie nicht: Es war genau dieser Rauswurf. „Ich hatte nie eine Chance, etwas mittelfristig aufzubauen. Leider hat man mir keine Kompetenz zuge­sprochen.“

Das Urteil in den Medien war vernichtend, das Denkmal Steffi Jones binnen Wochen zerbröckelt. Und dennoch sagt sie: „Ich beschwere mich nicht, ich habe viel mit­genommen und ich bin dankbar für die bitterste Niederlage meines Lebens.“

Das ist die Botschaft, die Steffi Jones an diesem Tag loswerden will. „Ich habe keine

Angst davor, Fehler zu machen“, sagt sie. Ihr Credo sei dieses: „Nimm' die Heraus­forderung an und ziehe die Lehren daraus.“

Ihre Worte kommen an, es gibt langen Applaus der Schüler nach dem rund einstündi­gen, sehr persönlichen und emotionalen Vortrag. Auf dem Weg zur Sportanlage Maybacher Heide diskutieren die Schüler angeregt.

Authentisch finden sie Steffi Jones, fasziniert sind sie, wie offen die 45-Jährige redete. Sie selbst sagt, dass sie nie die beste Fußballerin war, nie die Schlaueste in der Schule. Dafür hat sie es ziemlich weit gebracht in ihrem Leben.

Auf dem Platz fühlt sie sich am wohlsten

Wo ihre Zukunft liegt, lässt Steffi Jones offen. Nur beim DFB, der über viele Jahre ihre Heimat war, dürfte sie wohl nicht zu finden sein. Sie werde schon etwas machen demnächst, dazu verspüre sie noch viel zu viel Energie in sich: „Hausfrau geht ja nicht bei mir“, sagt sie und lacht.

Dann geht es endlich dorthin, wo sich Steffi Jones sichtlich am wohlsten fühlt: auf den Fußballplatz. Obwohl nicht mehr im Amt, gibt Jones Anweisungen, korrigiert, kommentiert die Schüler, die sich zum lockeren Kick mit ihr zusammengefunden ha­ben. Wann wird man auch schon von einer Europameisterin und ehemaligen Bun­destrainerin trainiert?

 

Wiedersehen mit Steffi Jones

Steffi Jones, ehemalige Bundestrainerin der Frauennationalmannschaft, kommt heute nach RE. - FOTO: DPA

 

  23.11.2018

 

FUSSBALL: Ex-Bundestrainerin besucht heute Berufskolleg.

Recklinghausen. Schüler und Lehrer des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs freuen sich auf einen prominenten Besuch. Die Recklinghäuser feiern ein Wiedersehen mit Steffi Jones, der ehemaligen Bundestrainerin der Frauennationalmannschaft.

Im Zuge ihrer Patenschaft für das Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ wird sie am heutigen Freitag im Berufskolleg einen Vortrag zum Thema „Mit Niederlagen umgehen“ halten. Dabei allein soll es nicht bleiben. Die 111-fache Nationalspielerin möchte mit den Anwesenden auch in einen Dialog treten. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hat das Projektteam der Schule, das regelmäßig und ehrenamtlich Aktionen dieser Art, Gedenkfeiern oder Gespräche mit Zeitzeugen organisiert und durchführt, um Zeichen zu setzen gegen jegliche Form des Rassismus und der Ausgrenzung.

Das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg trägt seit 2003 offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“, seit Anfang des vergangenen Jahres unterstützt Steffi Jones als Patin dieses Anliegen der Schule.

Die Veranstaltung beginnt um 12 Uhr in der Mehrzweckhalle (Werkstättenstraße 16 bis 18, Recklinghausen). Den Worten werden Taten folgen: Gegen 13:30 Uhr wird auf dem Sportplatz Maybacher Heide ein Fußballspiel stattfinden. Lehrer und Schüler kicken gemeinsam mit Steffi Jones, wobei in dieser Partie Fair Play groß geschrieben wird. Soll heißen: Häufiges Aus­wechseln ist ausdrücklich erwünscht, um damit den integrativen Charakter des gemeinsamen Sporttreibens in den Vordergrund zu stellen. Interessierte Zuschauer und Unterstützer des Anliegens sind auf dem Sportplatz herzlich willkommen.

Damit ist es auch selbstverständlich, dass heute die gesamte Schulgemeinde vertreten sein wird und damit ein Zeichen gegen Feindseligkeit und Diskriminierung und für die gegenseitige Annahme und das Anerkennen von Verschiedenheit setzt.

„Wir mussten zusehen, ohne helfen zu können“

4. November 2018 | Nr. 44

NS-ZEIT Am 27. Juli 1942 werden drei alte und behinderte Frauen aus dem „Versorgungsheim Grullbad“ in Recklinghausen in das Ghetto Theresienstadt verschleppt. Sie sind Jüdinnen, die später in Theresienstadt und in Auschwitz sterben. An ihr Schicksal erinnern „Stolpersteine“.

Schüler des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs, Lehrer und Vertreter der Stadt Recklinghausen bei der Gedenkfeier anlässlich der Verlegung von drei „Stolpersteinen“ vor dem Seniorenzentrum.  Fotos: Weberskirch/Korde

Es ist ein schöner Sommertag, der 27. Juli 1942. An diesem Tag werden drei alte und behinderte Frauen aus dem „Versorgungsheim Grullbad“, ihrem letzten Refugium ihrer Heimatstadt Recklinghausen, ins Ghetto Theresienstadt verschleppt. Jahre zuvor erlebten sie Diskriminierungen, Ächtung und wirtschaftlichen Ruin. Sie waren Zeugen der Pogromnacht 1938 mit der Zerstörung von Wohnungen und Geschäften, sie erlebten den 24. Januar 1942, als die letzten jüdischen Familien in das Ghetto Riga deportiert wurden.

Am 27. Juli 1942 waren Eva Pander (geboren 1853), Helene Sternberg (geboren 1854) und ihre Tochter Elfriede Sternberg (1880) die letzten Jüdinnen der Stadt. Im Januar 1942 erlebte die damals 88-jährige Eva Pander die Verschleppung ihrer Tochter mit. Sie selbst wurde nach der endgültigen Auflösung des „Judenhauses“ ins städtische Altenheim in Grullbad gebracht.

Letzte Habe im Rucksack

Zusammen mit der 88-jährigen Helene Sternberg und deren fast erblindeter Tochter Elfriede lebte sie isoliert in einem kleinen Anbau. Lediglich die Vorsehungsschwestern, die das Altenheim betreuten, und die Geistlichen waren über den Aufenthalt der drei jüdischen Frauen informiert.

Die Chronik dieser Ordensgemeinschaft berichtet über ihr weiteres Schicksal: „Die alten Mütterchen waren gern hier. Wir waren froh, ihr schweres Los etwas zu erleichtern. Leider sollte ihr Aufenthalt nicht von langer Dauer sein. Am 27. Juli 1942 wurden sie mit einem Krankenauto zum Bahnhof gebracht. Ein herzzerreißender Anblick war es, als die 88-jährigen Mütterchen mit dem Rucksack auf dem Rücken und einer Tasche in der Hand, in der sie ihre ganze Habe hatten, die Reise antraten. Es war ein furchtbarer Anblick, den wir nie vergessen werden. Wir mussten zusehen, ohne helfen zu können."

Mit der Transportnummer „Münster XI/1-835“ wurde Eva Pander zusammen mit den Sternbergs und 901 Personen in das KZ Theresienstadt transportiert, das der Zug am 1. August 1942 erreichte.

An das Schicksal der drei jüdischen Frauen erinnern seit einigen Wochen so genannte Stolpersteine, die vor dem heutigen Seniorenzentrum gelegt wurden. Schwester Ursula Kuhlmann von den Vorsehungsschwestern verlas die Erinnerungen der damaligen Schwesterngemeinschaft. Vertreter von Stadt und Verwaltung sowie Schüler des Alexandrine-Hegemann-Berufskollegs gestalteten die Gedenkfeier. Der Kantor der Jüdischen Gemeinde sang das Totengebet.

Nach Auskunft von Georg Möllers, des ersten Beigeordneten der Stadt Recklinghausen und Vorstandsmitglieds im Stadtkomitee der Katholiken, arbeitet eine Schülergruppe der Schule jährlich auf dem Jüdischen Friedhof in Miroslav und besucht dabei auch das nahe gelegene KZ Theresienstadt.

Schüler pflegen Friedhof

Möllers hat in den vergangenen Jahren die Recklinghäuscr Gedenkkultur mitgestaltet und selbst an der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Recklinghausen mitgearbeitet. Dazu gehören auch die „Stolpersteine“. Sie sollen dazu anregen, sich mit dem Leben der Opfer auseinander zu setzen.

Viele Gruppen hatten Zeichen der Erinnerung gesetzt, sagt Möllers. Dies gilt insbesondere für die zahlreichen Initiativen Rccklinghäuser Schulen. „Leh­erkollegien, Schüler aller Altersgruppen und Schulformen hätten im Rahmen von Unter­richtsvorhaben, Projektwochen oder der Gestaltung der Gedenktage 9. November und 27. Januar „prägende Beiträge zur Recklinghäuser Gedenkkultur eingebracht“ und Geschichte aufgearbeitet. Johannes Bernard

Kostenloser Sportkurs für Frauen

  12.11.2018

 

Hillerheide. Frauen jeden Al­ters, die Lust auf Bewegung haben, sind bei diesem Ange­bot richtlg: Das dritte Ausbil­dungsjahr des Bildungsgan­ges "Gymnastiklehrer/in" am Alexandrine-Hegemann-Be­rufskolleg bietet unter Anlei­tung der Fachlehrerin Gym­nastikstunden an.

Der Kurs findet ab Don­nerstag, 15. November, bis 7. Februar wöchentlich von 8.30 bis 10 Uhr, in der Tanz­schule "La Danza" an der Herner Straße 160 statt.

INFO Anmeldung  unter Tel. 0 23 61 / 93 72 60 oder per E­-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.