Geschlechtergerechtigkeit - Gender Mainstreaming

Mit der Verpflichtung zur ‚tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern‘ und durch die europäische Rechtssetzung (Vertrag von Amsterdam) ist Gender Mainstreaming zur verbindlichen Handlungsleitlinie für alle politischen Aktionsebenen geworden.

 

In der Schulentwicklung, in der Personalentwicklung und in der Unterrichtsentwicklung ist bei allen Planungen und Entscheidungen sowie deren Überprüfungen immer auch zu fragen, wie sie sich auf unterschiedliche Lebenssituationen, Bedürfnisse und Interessen von Frauen und Männern in ihren sozialen Rollen als Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirken.

Als katholisches Berufskolleg fühlen wir uns dem Gender Mainstreaming im Rahmen der katholischen Werteorientierung verpflichtet. Hier ist besonders die Gottesebenbildlichkeit des Menschen zu nennen, aus der seine individuelle Würde als Mann und Frau erwächst. Zu dieser Würde gehören auch Begrenztheit, Gebrochenheit und Verletzbarkeit menschlichen Lebens und Handelns und die Überzeugung, dass der Mensch ein Beziehungswesen ist. Das heißt, dass wir uns als Männer und Frauen, Mädchen und Jungen in sozialen Beziehungen verwirklichen, Verantwortung übernehmen und unsere Aufgaben in der Welt weiter entwickeln.

Ziel ist es,

  • Chancengleichheit für Frauen und Männer in ihren sozialen Beziehungen und ihren privaten Verpflichtungen (auch als Eltern oder pflegende Angehörige) im Kollegium zu schaffen und den individuellen Ressourcen von Frauen und Männern auf allen Entscheidungsebenen Geltung zu verschaffen,
  • eine wertschätzende Kommunikation, inklusive Sprache und Vermeidung von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in der Schulgemeinschaft einzuüben und zu pflegen sowie
  • individuelle Förderung und Wahrnehmung der spezifischen Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern in der didaktischen Planung zu berücksichtigen und die spezifischen Lebenssituationen von Frauen und Männern in der Unterrichtsentwicklung zu thematisieren und zu reflektieren.
  • gendergerechte Sprache zu beachten.

Wichtig sind dabei auch das Beachten genderbezogener Kommunikationsprozesse und deren Wirkung, das sog. „doing gender“. „Mit „doing gender“ werden jene Prozesse und Praktiken bezeichnet, die zur Darstellung der eigenen Geschlechtszugehörigkeit beitragen.

Schulleitung und Leitungskonferenz unterstützen ausdrücklich das Gender Mainstreaming-Anliegen. Sie sind bestrebt, zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten diesen Gedanken verstärkt in das Bewusstsein aller an Schule beteiligten Personengruppen zu rücken.